Pflanzgefäße

Die richtigen Pflanzgefäße für Gemüse und Kräuter

„Für jeden Topf gibt es eine passende Pflanze“ – oder wie lautet das Sprichwort nochmal? Wie auch immer, in diesem Artikel erfährst du, was es bei der Wahl deiner Pflanzgefäße zu beachten gibt und wieso sich deine Kräuter und Gemüse nicht überall wohlfühlen.

Passende Pflanzgefäße

Was gibt es zu beachten?

Vorab ein paar Denkanstöße: Wie steht es um deinen vorhandenen Bestand an Töpfen und anderen Pflanzgefäßen? Verschaffe dir erstmal einen Überblick über das, was du schon hast.

Vielleicht kannst du sogar etwas zu einem Pflanzgefäß umfunktionieren, um unnötige Käufe zu vermeiden? Hast du eine Holzpalette, eine alte Weinkiste oder Küchensiebe aus Metall übrig? Vieles lässt sich beispielsweise mit alten Kaffeesäcken oder Jutestoff ausstaffieren, sodass Erde und Wasser nicht ungehindert verloren gehen können.

Ob nun Kiste, Kübel, Topf, Pflanzsack, Balkonkasten, Palette oder Korb – wichtig ist, dass dein Pflanzgefäß groß genug ist, Abzugslöcher oder eine Drainageschicht am Gefäßboden besitzt, sodass sich keine Staunässe bilden kann. Weder wir noch Pflanzen mögen langanhaltend nasse Füße.

Drainageschicht

Gegen Staunässe am Gefäßboden hilft eine sogenannte Drainageschicht. Hierfür kannst du Steine, Blähton, Tonscherben oder ähnliches großzügig auf dem Gefäßboden verteilen. Die Pflanzenerde kommt obendrauf. Das Wasser staut sich so nicht unten im Gefäß, sondern fließt durch die Drainageschicht ab.

Auf die Größe kommt es an

Generell gilt: Die Größe des Gefäßesbeeinflusst das Wurzelwachstum – je größer desto besser.
Logisch, denn je größer der Topf, desto mehr Raum birgt er für das Wachstum der Wurzeln und somit auch für das Wachstum der Pflanze. Keine Pflanze fühlt sich wohl, wenn ihr Zuhause viel zu beengt ist und die Wurzeln sich aus Platzmangel regelrecht verklumpen müssen. Sie möchte sich lieber in ausreichend Erde ganz genüsslich ausstrecken und entfalten können. Zudem können in einem großen Gefäß in der Erde mehr Wasser und Nährstoffe aufgenommen und gespeichert werden.

Das Ganze bedeutet nicht, dass du deine Kräuter und Gemüse nicht in kleineren oder weniger optimalen Gefäßen ziehen kannst – sie werden dann eben nur nicht ganz so groß und die Ernte fällt weniger üppig aus.

Das Verhältnis von Pflanzengröße und Gefäß sollte im Verhältnis einigermaßen stimmig sein. Sehr kleine, junge Pflanzen wirken in einem großen Topf verloren und fühlen sich weniger wohl, weil sich Wasser an unerreichbaren Stellen sammeln und Staunässe bilden kann. Topfe lieber um, wenn die Zeit gekommen ist – die Größe deiner Pflanze bestimmt die Größe des Gefäßes, in das sie gepflanzt werden soll und steigert sich mit dem Wachstum.

Da einige Pflanzen wie Oregano oder Minze stark wuchern, brauchen sie mehr Platz oder können getrost ihren alleinigen Topf bekommen.
Kräutern oder Gemüsen wie Petersilie, Basilikum oder Radieschen reichen Gefäße, die bis zu 10 Liter Erde beinhalten können.
Tomaten, Paprika, Karotten, Rote Beete oder Mangold brauchen schon etwas mehr Platz, rund 20 Liter Erdvolumen wären passend.
Gefäße für rund 40 Liter Erde oder mehr bieten zum Beispiel Gurken und Zucchini ein gutes Zuhause.

Welcher Wurzeltyp bist du?

Im Besonderen ist es so, dass es unter den Gemüse- und Kräuterpflanzen Flach-, Mitteltief- und Tiefwurzler gibt. Welche Pflanzen zu welcher Kategorie gehören ist trotz diverser Quellen bei manchen Sorten leider nicht sehr eindeutig und noch weniger übersichtlich.
Zum Glück passen sich die Pflanzen bis zu einem gewisse Grad auch ihrem Kulturstandort an – so auch Pflanzgefäßen wie Töpfen, Kübeln und Co. So können Mitteltiefwurzler auch mal zu Tiefwurzlern werden oder umgekehrt.

Flachwurzler (zum Beispiel Radieschen) erreichen eine Tiefe von bis zu 20 Zentimetern und breiten sich eher netzartig und tellerförmig aus. Die Pflanzgefäße müssen nicht sehr tief sein, sollten allerdings einen größeren Durchmesser haben.
Mitteltiefwurzlern (zum Beispiel Kohlrabi) wachsen bis zu 40 Zentimeter tief in die Erde. Der Großteil der Wurzeln befindet sich eher herzförmig unter der Pflanze, weswegen sie auch gern Herzwurzler genannt werden.
Tiefwurzler (zum Beispiel Rote Beete) können eine Wurzeltiefe von mehr als 70 Zentimetern erreichern. Die Pflanzgefäße sollten eine ausreichende Tiefe aufweisen.

Gurke oder Kürbis sind eher schwierig einzuordnen, da sie sich nach der Beschaffenheit des Bodens anpassen und sowohl flach als auch tief Wurzeln können.
Tomaten richten sich nach dem Wasser, sie können Flach-, Mitteltief- und Tiefwurzler sein.

Übrigens: Was haben Wurzeltyp und Wasserbedarf miteinander zu tun?

Je nach Wurzeltyp (Flach-, Mitteltief- oder Tiefwurzler) entscheidet sich der Wasserbedarf einer Pflanze. Die Wurzeln der Tiefwurzler reichen viel weiter in das Erdreich hinein, als es bei Flach- und Mitteltiefwurzlern der Fall ist. Daher benötigen sie viel Wasser, damit auch die fernsten Würzelchen Wasser erhalten.
Flachwurzler benötigen nach dieser Rechnung theoretisch weniger Wasser. Allerdings: Die obere Bodenschicht birgt an warmen Tagen ein höheres Verdunstungsrisiko, daher kann der Wasserbedarf von Flachwurzlern aus diesem Grund dennoch höher sein.

Materialien unter sich

Wie lange deine Pflanzgefäße draußen halten, kommt auf das Material und die Pflege an.

Terrakotta ist der Klassiker unter den Pflanztopfmaterialien. Sie – Terrakotta ist tatsächlich ein feminines Substantiv – ist standsicher und langlebig. Das Material kann Wasser in sich speichern, was natürlich von Vorteil ist. Bei warmem Wetter oder auf einem Südbalkon allerdings verdunstet das Wasser ziemlich schnell.
Haben die Tontöpfe Abzugslöcher, ist ein Untersetzer von Vorteil, insbesondere auf dem Balkon. Haben sie keine, sind Drainageschicht und Innentopf empfehlenswert.
Übrigens: Das Wort „Terrakotta“ ist dem Italienischen entsprungen und deutet die Herstellungsweise an: „terra“ bedeutet Erde und „cotta“ gebrannt – also „gebrannte Erde“.

Beton oder Stein bietet sich als Outdoor-Material sehr gut an, da es sehr standfest, frost- und witterungsresistent ist. Viele Pflanzkübel sind aus Beton gefertigt. Jedoch ist das Material sehr schwer, daher solltest du auf jeden Fall sicher gehen, wie viel Gewicht du selbst tragen kannst und dein Balkon oder deine Terrasse tragen darf!
Sofern das Betongefäß keine Abzugslöcher besitzt, helfen ein Innentopf und eine Drainageschicht.

Gefäße aus robusteren Hölzern wie Robinie, Eiche oder Akazie gibt es für draußen, wobei sie anfälliger für die Witterung sind. Pflegt man sie mit Öl, Wachs oder einer Lasur, und stattet sie mit Einsätzen aus, halten sie länger. Ratsam sind auch Innentöpfe und Drainageschichten.

Metallgefäße, gefertigt aus rostfreiem Stahl, Edelstahl oder verzinktem Stahlblech, eignen sich beispielsweise als Übertopf. Da sie meist keine Abzugslöcher haben, verwendest du am besten noch einen Innentopf und eine Drainageschicht.

Gefäße aus Kunststoff wie Polypropylen, Polyrattan, Fiberglas oder Polyethylen sind leider populär und bieten viele Vorteile, aber sie sind eben letztlich aus Plastik. Daher möchten wir nicht gern weiter auf sie eingehen. Wie sagt man – Plastik ist gut, weil es dauerhaft ist, und schrecklich, weil es dauerhaft ist. Eine Alternative wären Kunststoffgefäße aus recyceltem Material.

Anzuchtgefäße sind ein Thema für sich – schau dir dazu doch mal diesen Artikel an.

Hinweise

Generell ist es ratsam sicherzugehen, welches Maximalgewicht dein Balkon oder deine Terrasse tragen kann und darf. Pflanzgefäße mitsamt Erde, Wasser und Pflanzen können schon einiges an Gewicht auf die Waage bringen. Dazu kommt eventuell noch das ein oder andere Gartenmöbel und mindestens du selbst oder noch weitere Personen. Hier gilt „better safe than sorry“.

Des Weiteren hast du vielleicht Nachbarn:innen unter dir, die sich nicht wirklich über eine kalte Dusche freuen, während du deine Pflanzen gießt. Achte also darauf, dass du nicht zuviel auf einmal gießt, nicht alles daneben geht und die Pflanzgefäße mit Abzugslöchern auf Untersetzern stehen.

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