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Gurken und Tomaten im Gewächshaus
Garten-Lexikon

Gemüsesorten für Fortgeschrittene

Vor einer Woche haben wir dir Gemüsesorten vorgestellt, die vor allem für Anfänger*innen besonders geeignet sind. Heute geht es mit den Sorten weiter, bei denen ein bisschen Vorwissen besonders hilfreich ist.

Gärtnern mit kleinen Herausforderungen

Während einige Gemüsesorten praktisch wie von selbst groß und stark werden, muss du bei anderen auf ein paar Dinge mehr achten, um zu tollen Ergebnissen zu kommen. Das bedeutet nicht, dass du nicht auch als blutige*r Anfänger*in super Erfolg haben kannst. Wo man bei den leichten Sorten manchmal noch mit „passt schon, sie haben Erde, Wasser und Sonne” durchkommt, lassen es einen andere Sorten schnell wissen, dass sie mehr Aufmerksamkeit möchten.

Ihre Liebe in Form einer Frucht ist nicht unbedingt leicht zu haben. Sie wollen umsorgt werden und erwarten, dass du ihre Bedürfnisse von den Augen, ehh Blättern abliest. Es kann auch sein, dass du noch vor dem ersten Blättchen bereits ein paar Vorbereitungen treffen musst. Das klingt jetzt aber alles nach mehr, als es eigentlich ist. Wichtig ist nur, dass du rechtzeitig Bescheid weißt, was zu beachten ist. Du weißt schon: Vorsorge ist besser als Nachsicht, denn es sei dir gesagt: Hinterher noch schnell einen Antrag zu machen, um die Beziehung zu retten, war noch nie eine gute Idee. 

Noch eine kleine Anmerkung zum Klugscheißen: Botanisch gesehen müsste man die meisten hier aufgeführten Sorten dem Obst zuordnen, aber wir wollen hier niemanden unnötig verwirren.

 

Gurke: Wäre in menschlicher Form eine Oma mit Wärmedecke

Es gibt viele Arten von Gurken, wir befassen uns jetzt aber mal mit klassischen Salatgurken. Die Kürbisgewächse brauchen auf jeden Fall etwas zum Hochranken. Soweit so einfach. Was Gurken ein wenig komplizierter macht, ist ihr Anspruch an warme Temperaturen. Aus diesem Grund werden Gurken fast immer in Gewächshäusern angepflanzt.

Auch wenn man tip top mit einem Gewächshaus ausgestattet ist, muss man die Vorzucht mit dem Zeitpunkt des Umpflanzens gut abpassen. Setzt du die jungen Gurken zu früh ins Gewächshaus, können sie nachts schnell kaputt gehen. Schon so mancher ist auf die warmen Temperaturen tagsüber im Frühjahr reingefallen - denn nachts kann es dann doch noch richtig kalt werden. Unter 10°C sollten die Temperaturen nicht fallen; bei unter 5°C gibt es sogar richtige Kälteschäden, die sich meist nicht mehr rückgängig machen lassen. Hat man jedoch zu früh mit der Vorzucht begonnen, kann es sein, dass die Pflanzen bereits zu groß sind. So müssen sie umgepflanzt werden, obwohl die Temperaturen es noch nicht hergeben.

Vorsicht beim Umsetzen

Lässt du sie auf der Fensterbank zu lange groß werden, steigt aber die Gefahr, dass die Pflanze beim Umsetzen verletzt wird. Schließlich muss der Topf (und damit die ganze Pflanze) einmal umgedreht werden, um die Wurzeln aus dem Topf zu lösen. Früher oder später haben auch viele Gärtner*innen mit Blattläusen oder Pilzkrankheiten wie Mehltau bei den Gurken zu kämpfen.

Bei Mehltau musst du nicht gleich mit der Chemiekeule ans Werk gehen. Wie man biologisch verträglich etwas gegen Mehltau tun kann, erfährst du hier

Paprika: Wird gerne betüddelt

Genau wie die Gurke, ist auch die Paprika sehr kälteempfindlich. Aus diesem Grund sollte sie nach der Vorzucht am besten auch in einem Gewächshaus stehen. Wenn sie auf dem Balkon oder im Freiland steht, sollte man bis Mitte Mai warten. Oft ist es eine gute Idee, die Pflanzen langsam an die kälteren Temperaturen heranzuführen. Dazu kannst du sie tagsüber nach draußen oder an das geöffnete Fenster stellen und nachts wieder reinholen.

Die Paprika ist ein Starkzehrer und hat deshalb einen hohen Nährstoffbedarf. Aus diesem Grund sollte sie hin und wieder gedüngt werden. Dazu eignet sich z.B. Brennesseljauche oder unser Bio-Klee-Dünger. Auch das regelmäßige Gießen solltest du bei der Paprika nicht vergessen.

Stabtomate: Nicht so der Typ zum Abhängen, sie will lieber hoch hinaus

Tomaten mögen es auch lieber warm und freuen sich über ein Gewächshaus; sie sind aber nicht ganz so kälteempfindlich wie Gurke und Paprika. Für gewöhnlich sind Tomaten recht dankbar und wachsen schnell. Dennoch gibt es je nach Tomatensorte einige Dinge zu beachten.

Buschtomate und Stabtomate

So kann man zwischen einer Buschtomate und einer Stabtomate unterscheiden. Stabtomaten wie unsere Primavera wachsen ordentlich in die Höhe und müssen gestützt werden. Dafür muss man sie regelmäßig festbinden. Zudem sollten sie ausgegeizt werden. Das bedeutet, dass man die Seitentriebe regelmäßig entfernt, da sonst weniger Energie in die Früchte fließt.

Beuge Krankheiten vor

Auch sind Tomaten recht anfällig für Kraut- und Braunfäule. Diese kann besonders dann entstehen, wenn die Blätter zu feucht werden. Aus diesem Grund solltest du darauf achten, dass beim Gießen nur das Wurzelwerk nass wird, nicht aber die Blätter. Außerdem sollte genügend Luftzirkulation vorhanden sein, damit Tauwasser schnell trocknen kann.

Möhre: Geht den Dingen auf den Grund

Zum Schluss haben wir die Möhre. Bei ihr ist die Herausforderung es zu schaffen, dass sie lange Wurzeln (also lange Möhren) ausbildet und nicht nach wenigen Zentimetern stoppt. Das A und O lautet hier: Lockerer Boden! Stößt die Möhre nämlich im Laufe ihres Wachstums auf zu festen Boden, kämpft sie sich nicht weiter durch, sondern denkt sich: „Nö, dann geh ich halt nicht weiter” und du ziehst den Kürzeren. Deshalb kann man ggf. den Boden mit etwas Sand anreichern, um ihn lockerer zu machen. Außerdem ist es eine gute Idee, den Boden in kleinen Hügel aufzuschütten, da somit die Erde besonders locker bleibt.

Gib den Möhrchen Platz

Am besten werden sie Samen dann direkt ausgesät, da die jungen Pflanzen auf ein Umtopfen empfindlich reagieren können. Da die Samen aber super klein sind, wirst du sehr wahrscheinlich die ein oder andere Möhre zu dicht nebeneinander gesät haben. Deshalb muss man später die Möhrchen vereinzeln, d.h. Pflanzen, die zu dicht aneinander sind, rausziehen. Ansonsten nehmen sie sich hinterher den Platz weg und werden nicht groß.

Lieber selten, aber viel gießen

Und auch noch zu beachten ist: Möhren sollten nicht zu stark, bzw. zu oft gegossen werden. Gießt du sie regelmäßig immer ein bisschen, merken sie, dass es in der oberen Erdschicht immer etwas Wasser gibt und verharren dort. Besser ist es, sie ein wenig seltener, dafür aber mit einer größeren Menge zu gießen. So gelangt das Wasser in tiefere Erdschichten und die Wurzeln haben einen Ansporn, nach unten zu wachsen. Das bedeutet: Sie werden länger und dein Möhrchensalat reicht noch für den nächsten Tag.

Alles halb so wild

Das war ein kleiner Überblick über die Sorten, bei denen du ein wenig mehr beachten musst. Natürlich solltest du auch weitere Parameter, wie den Pflanzabstand, Pflanzennachbarn usw. im Auge behalten. Auch wenn das alles erstmal ziemlich viel wirkt; solange man diese Dinge rechtzeitig im Kopf hat, ist das alles halb so wild. Wenn du wissen möchtest, welche Pflanzen besonders anspruchslos und somit eher für Anfänger*innen geeignet sind, schau hier bei unserem vorherigen Artikel vorbei.

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