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Garten-Wissen · SaatgutAktualisiert am 25. Oktober 2026

Saatgut aufbewahren: trocken, kühl, dunkel – und wie lange es hält

Saatgut hält am längsten, wenn es trocken und kühl liegt, im Dunkeln und luftdicht verschlossen, zum Beispiel im Schraubglas im Kühlschrank. So gelagert keimen Zwiebeln, Petersilie und Pastinaken ein bis zwei Jahre zuverlässig, Tomaten drei bis vier, Gurken und Radieschen rund fünf Jahre. Ist deine Tüte älter, zeigt dir eine Keimprobe, ob sie noch taugt.

Erbse, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“. Gemeinfrei.
Was Samenfeuchte heißt

Samen nehmen Wasser aus der Luft auf und geben es wieder ab, bis ihr Wassergehalt zur Umgebung passt. Dieser Wassergehalt heißt Samenfeuchte. Je niedriger er ist, desto länger bleibt Saatgut keimfähig.

Haltbarkeits-Finder

Ist dein Saatgut noch frisch?

Wähl die Art, das Jahr auf der Tüte und wie du sie gelagert hast. Der Finder zeigt dir, wie lange die Art typischerweise keimt, und sagt dir, ob du gleich säst, erst eine Keimprobe machst oder neues Saatgut holst. Jede Angabe trägt ihre Quelle.

Welche Art liegt in der Tüte?
Welches Jahr steht auf der Tüte?

Steht dort ein Wirtschaftsjahr wie 2025/2026, wähl das erste Jahr. Bei selbst geernteten Samen zählt das Erntejahr.

Wie lag das Saatgut?
Deine Tüte

Tomate: mach vor der Aussaat eine Keimprobe

noch frischKeimprobe machenneu kaufen
Hält
Bei kühler, trockener Lagerung drei bis vier Jahre.
Alter
Etwa drei Jahre in der Saison 2026.
Jetzt
Leg zehn oder mehr Samen auf feuchtes Küchenpapier und zähl nach der Keimzeit ab. Keimt es schwächer, säst du dichter. Zur Keimprobe

Tipp

Ein Schraubglas mit Silikagel-Beutel im Kühlschrank hält dein Saatgut am längsten frisch.

Keimprobe

Gelb oder Rot? Teste es

Mit zehn Samen und etwas Küchenpapier weißt du in ein bis vier Wochen, wie viel noch keimt. Der Keimproben-Rechner sagt dir, wie dicht du dann säst.

Zur Keimprobe
Im Gartenplaner

Saatgut fürs nächste Jahr planen

Leg im Gartenplaner fest, was im nächsten Jahr in deine Beete kommt. So siehst du, welche Tüten du brauchst und welche nachgekauft werden.

Zum Gartenplaner
Zu alt?

Frisches Saatgut aus Gärtnereien in deiner Nähe

Samenfeste Sorten von Betrieben aus deiner Region, frisch abgefüllt zur Aussaatzeit.

Muster: Anschluss ans Gärtnerei-Netz
Trocken lagern

Trockenheit verlängert das Samenleben am stärksten

Niedrige Luftfeuchte bringt beim Aufbewahren am meisten. Jedes Prozent weniger Samenfeuchte verdoppelt ungefähr die Haltbarkeit. Umgekehrt halbiert jedes Prozent mehr die Lebensdauer, im Bereich von 5 bis 13 Prozent Samenfeuchte. Fühlen sich Samen klamm an, haben sie 15 bis 18 Prozent und sind zu feucht zum Lagern.

Such deshalb einen Platz mit weniger als 60 Prozent Luftfeuchte. Gartenhaus und Garage sind im Sommer zu warm und zu feucht. Wie trocken Samen bei gleicher Luft werden, hängt von ihrem Inhalt ab. Ölreiche Samen nehmen weniger Wasser auf als stärkereiche. Bei 25 °C und 45 Prozent Luftfeuchte trocknet Senf auf etwa 6,3 Prozent, Rote Bete auf 7,6 und Roggen nur auf 10,5 Prozent Samenfeuchte.

Nachtrocknen mit Silikagel

Gib die Samen mit derselben Menge Silikagel in ein luftdichtes Glas und lass sie sechs bis sieben Tage darin. Feuchtes Silikagel machst du im Backofen bei rund 110 °C wieder trocken. Für die Dose im Alltag reicht ein kleiner Beutel Silikagel, der die Restfeuchte aufnimmt.

Kühl lagern

Rund 5 °C kühler, doppelt so lange

Senkst du die Lagertemperatur um 10 °F, also rund 5,5 °C, verdoppelt sich die Haltbarkeit ungefähr. Diese Faustregel gilt innerhalb bestimmter Grenzen. Ideal sind etwa 4 °C, so kalt wie im Kühlschrank. Dort hält Saatgut im verschlossenen Gefäß mehrere Jahre länger. Über 32 °C leidet die Keimfähigkeit stark.

Seitlich wischen, um das ganze Schaubild zu sehen.

Faustregel: Saatgut bei 20 Grad hält einfach, bei 15 Grad etwa doppelt, bei 10 Grad etwa vierfach und bei 5 Grad etwa achtfach so lange×120 °C×215 °C×410 °C×85 °CLagertemperatur, Haltbarkeit im Verhältnis zu 20 °Cetwa Kühlschrank
Faustregel nach James F. Harrington, University of California Davis: je rund 5,5 °C kühler etwa die doppelte Haltbarkeit, innerhalb bestimmter Grenzen. Schematisch, kein Messwert für eine einzelne Art.

Für viele Jahre frierst du Saatgut bei −18 °C im Gefrierschrank ein. Genbanken trocknen ihre Samen dafür bei 20 °C und 15 bis 25 Prozent Luftfeuchte und lagern sie dann bei −18 °C. In einem Versuch der Universität für Bodenkultur Wien keimten Hafersamen nach 110 Jahren Lagerung noch zu 81 Prozent.

Hammertest vor dem Einfrieren

Leg einen Samen auf eine harte Unterlage und schlag mit dem Hammer darauf. Zersplittert er, ist das Saatgut trocken genug für den Gefrierschrank. Wird er zerquetscht, braucht es mehr Zeit zum Trocknen.

Das richtige Gefäß

Dunkel, dicht und abseits vom Obst

Bewahre Saatgut im Dunkeln auf. Für den Kühlschrank brauchst du ein luftdichtes Gefäß, damit keine Feuchtigkeit an die Samen kommt. Einmachgläser mit Gummiring oder Aluverbundbeutel schließen dicht. Sie halten Mäuse und Motten fern.

Papiertüten sind zum Sammeln und Trocknen richtig, weil sie atmen. Die fertigen Samentüten stellst du dann gesammelt ins Glas. Beschlägt das Glas innen, ist Feuchte eingeschlossen. Dann holst du die Tüten heraus und trocknest sie nach.

Stell die Saatgutdose nicht neben Obst und Gemüse. Reifende Früchte geben Ethylen ab, das die Keimung beeinträchtigt. Bohnen lagerst du besonders trocken. Ab etwa 8 Prozent Samenfeuchte vermehrt sich der Bohnenkäfer schnell.

Selbst geerntetes Saatgut

Eigene Samen erst trocknen, dann einlagern

Stich einer langen Gurke mit Blättern und Ranke, davor eine halbierte Gurke
Gurke, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“. Gemeinfrei.

Breite frisch geerntete Samen auf Schalen, Packpapier oder in Papiertüten aus und stell sie warm, trocken und luftig auf. Feuchtes Material wendest du oft. Nach einer Woche bis zehn Tagen sind die meisten Samen trocken genug. Erst dann kommen sie ins Glas.

Schreib Art, Sorte und Erntejahr auf jede Tüte. Für den Finder oben zählt das Erntejahr. Keimen Samen schon in der Dose, wachsen sie im nächsten Jahr nicht mehr.

Welche Sorten du selbst vermehren kannst, erklärt der Artikel Samenfest, ein Zeichen für Qualitäts-Saatgut.

Wie lange welche Art hält

Haltbarkeit von Saatgut je Gemüseart

Die Tabelle zeigt, wie viele Jahre Saatgut bei kühler, trockener Lagerung zuverlässig keimt. Wo die Beratungsdienste der Universitäten unterschiedliche Werte nennen, steht die Spanne da. Zwiebelgewächse haben die kurzlebigsten Samen, Gurken gehören zu den langlebigsten.

ArtKeimt zuverlässigDanachQuellen
Bohne3 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Erbse3 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Möhre3 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Tomate3 bis 4 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Paprika, Chili2 JahreKeimprobe ab 2 Jahren
Aubergine4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Gurke5 JahreKeimprobe ab 5 Jahren
Zucchini4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Kürbis4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Zuckermelone5 JahreKeimprobe ab 5 Jahren
Wassermelone4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Salat2 bis 6 JahreKeimprobe ab 2 Jahren
Endivie5 JahreKeimprobe ab 5 Jahren
Spinat3 bis 5 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Mangold4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Rote Bete4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Radieschen5 JahreKeimprobe ab 5 Jahren
Zwiebel1 bis 2 JahreKeimprobe ab 1 Jahr
Lauch2 bis 6 JahreKeimprobe ab 2 Jahren
Petersilie1 bis 2 JahreKeimprobe ab 1 Jahr
Pastinake1 bis 2 JahreKeimprobe ab 1 Jahr
Schwarzwurzel1 JahrKeimprobe ab 1 Jahr
Sellerie3 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Fenchel4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Weiß- und Rotkohl4 bis 5 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Brokkoli3 bis 5 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Blumenkohl4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Rosenkohl4 bis 5 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Grünkohl4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Kohlrabi3 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Chinakohl3 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Mairübe, Herbstrübe4 JahreKeimprobe ab 4 Jahren
Zuckermais2 JahreKeimprobe ab 2 Jahren
Spargel3 JahreKeimprobe ab 3 Jahren
Vor der Aussaat

Saatgut aus dem Kühlschrank richtig aufwecken

Stich einer langen, hellen Pastinakenwurzel im Boden mit Blattschopf
Pastinake, Stich aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“. Gemeinfrei.

Lass das Glas aus dem Kühlschrank auf Zimmertemperatur kommen, bevor du es öffnest. Sonst schlägt sich Wasser auf den kalten Samen nieder. Besonders trocken gelagertes Saatgut legst du vor der Aussaat einige Zeit an einen Ort mit 50 bis 60 Prozent Luftfeuchte. Dort nimmt es wieder etwas Wasser auf.

Auf jeder gekauften Packung steht das Wirtschaftsjahr, in dem sie verschlossen oder das Saatgut zuletzt auf Keimfähigkeit geprüft wurde. Ist das länger als ein Jahr her, lohnt eine Keimprobe. Älteres Saatgut, das noch ordentlich keimt, mischst du mit frischem oder säst es dichter. Pastinaken gelten als besonders kurzlebig. Ihr Saatgut kaufst du am besten jedes Jahr neu.

Wie du die Probe ansetzt und wie viel dichter du säst, steht im Artikel Keimprobe: So testest du, ob altes Saatgut noch keimt. Wann du an deinem Ort säst, zeigt dir der Aussaatkalender.

Woher wir das wissen

Woher wir das wissen

Die Jahre je Art stammen aus vier Beratungsdiensten US-amerikanischer Universitäten: Nebraska-Lincoln, Illinois, Wisconsin-Madison und South Dakota State. Die Tabelle aus Nebraska geht auf die Gemüsebau-Handbücher von Knott und Splittstoesser zurück. Für Lagerung, Silikagel und Hammertest stützen wir uns auf Arche Noah, die österreichische Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt, und auf das Saatgut-Team der Royal Horticultural Society. Die Faustregel zu Feuchte und Temperatur geht auf den Samenforscher James F. Harrington von der University of California Davis zurück.

Praxiswert und Laborwert

Bei Salat und Lauch liegen die Angaben weit auseinander. Die Universitäten nennen für beide zwischen zwei und sechs Jahren. Arche Noah gibt zusätzlich an, nach wie vielen Jahren offener Lagerung bei 20 °C und 50 Prozent Luftfeuchte noch die Hälfte der anfänglichen Keimfähigkeit übrig ist. Bei Zwiebeln sind das drei Jahre, bei Tomaten 24. Für eine volle Reihe reicht halbe Keimkraft selten. Deshalb rechnet der Finder mit den kürzeren Praxiswerten.

So entscheidet der Finder

Alter = laufendes Jahr minus Jahr auf der Tüte. Liegt das Alter unter der kürzesten Angabe der Quellen, ist das Saatgut noch frisch. Liegt es zwischen kürzester und längster Angabe, empfiehlt der Finder eine Keimprobe, darüber neues Saatgut. Die Jahre der Quellen gelten für kühle, trockene Lagerung. Lag die Tüte warm oder feucht, rät der Finder deshalb schon bei frischem Saatgut zur Keimprobe.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Aufbewahren von Saatgut

Wie lange ist Saatgut haltbar?

Das hängt von der Art ab. Zwiebeln, Petersilie und Pastinaken keimen ein bis zwei Jahre zuverlässig, Bohnen, Erbsen und Möhren rund drei, Tomaten drei bis vier und Gurken, Radieschen und Melonen etwa fünf Jahre. Das gilt für kühle, trockene Lagerung.

Wie bewahre ich Saatgut am besten auf?

In einem luftdichten Gefäß an einem kühlen, dunklen Ort, zum Beispiel im Einmachglas mit Gummiring. Ein Beutel Silikagel im Glas nimmt Restfeuchte auf. Die Luftfeuchte am Lagerort bleibt am besten unter 60 Prozent.

Kann ich Saatgut im Kühlschrank lagern?

Ja, dort hält es mehrere Jahre länger, solange es in einem verschlossenen Gefäß liegt. Etwa 4 °C sind ideal. Öffne das Gefäß erst, wenn es Zimmertemperatur hat, damit sich kein Wasser auf den Samen niederschlägt.

Kann ich Saatgut einfrieren?

Ja, für die Langzeitlagerung bei −18 °C. Die Samen müssen dafür gründlich getrocknet sein. Beim Hammertest zersplittern sie dann.

Wie lagere ich selbst geerntete Samen?

Trockne sie eine Woche bis zehn Tage warm und luftig, am besten in Papiertüten. Danach kommen sie beschriftet in ein luftdichtes Glas an einen kühlen, dunklen Ort.

Kann ich Saatgut nach dem Jahr auf der Tüte noch säen?

Oft ja. Das Jahr nennt, wann die Packung verschlossen oder das Saatgut zuletzt geprüft wurde. Ob es noch keimt, zeigt eine Keimprobe. Keimt es schwächer, säst du dichter oder mischst frisches Saatgut dazu.

Welches Saatgut hält am längsten?

Unter den Gemüsearten halten Gurken, Radieschen, Melonen und Endivien am längsten, rund fünf Jahre bei kühler, trockener Lagerung. Am kürzesten halten Zwiebeln, Pastinaken und Petersilie.

Weiterlesen
Quellen

Quellen

  1. Luf, Florian: Ab ins Glas! Saatgut richtig lagern. ARCHE NOAH Magazin 4/2015, S. 22. www.arche-noah.at/media/anmag_4_15_saatgutlagerung_web.pdf
  2. University of California, Davis, Department of Plant Sciences: James F. Harrington. Porträt zur Harrington-Regel der Saatgutlagerung, 22. März 2025. www.plantsciences.ucdavis.edu/node/18361
  3. Johnson, Lisa A.: Testing Seed Viability. Extension Dane County, Division of Extension, University of Wisconsin-Madison, 17. Februar 2023. dane.extension.wisc.edu/2023/02/17/12915
  4. SDSU Extension, South Dakota State University: How to Store Leftover Garden Seeds. Aktualisiert am 1. Mai 2024. extension.sdstate.edu/how-store-leftover-garden-seeds
  5. University of Illinois Extension: Will my seeds still grow? Infoblatt zur Keimfähigkeit von Saatgut, 2021. extension.illinois.edu/sites/default/files/infosheet_seed_vi…
  6. Lindgren, Dale T.; Browning, Sarah J.: Vegetable Garden Seed Storage and Germination Requirements. University of Nebraska–Lincoln Extension, G2090, Juni 2011. extensionpubs.unl.edu/publication/g2090/na/html/view
  7. Arche Noah, Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt: Haltbarkeit und Keimung von Saatgut. Richtwerte für Lagerung und Keimtests. Infoblatt Keimtabelle und Dormanz. www.arche-noah.at/media/infoblatt_keimtabelle_dormanz.pdf
  8. Royal Horticultural Society, Seed Team RHS Wisley: Collecting seed from your garden. A How-To Guide. rhs.org.uk/membership/pdfs/seed-scheme/how-to-collect-seed-f…
  9. Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Anerkennungsstelle für Saat- und Pflanzgut: Verpackung und Kennzeichnung von Kleinpackungen mit Gemüsearten („Bunte Tüten“). Hinweisblatt, Stand 2025. www.lallf.de/fileadmin/media/PDF/saatgut/Hinweis__Gemuesesaa…

Stiche aus Vilmorin-Andrieux, „Les plantes potagères“, Paris. Gemeinfrei, Scans über Internet Archive, auf Petrol umgefärbt.